Erwin Stache

Tür zu, es rauscht!“ – Installationen von Erwin Stache

Wenn es zieht, machen wir die Tür zu. – warum nicht wegen des plötzlich aufkommenden Kraches in der Umgebung?

Mit der Installation „Tür zu, es rauscht!“ wandelt der Leipziger Objektkünstler Erwin Stache „raumlose“ Türen zu Lautstärkereglern. Je nach Türbewegung wandert der Klang vom Rahmen in den Fußboden. Der Passant kann der Illusion nachgehen, Klänge und Geräusche im öffentlichen Raum steuern zu können. Da die vorhandenen Geräusche nicht abgestellt werden können, werden durch das Öffnen der Türen akustische Ereignisse hinzugefügt. Lässt man diese eine Weile wirken und schließt danach die einzelnen Türen, erfährt man durch Reduktion der Geräuschkulisse die verbleibenden Hörereignisse umso stärker.

Extra für den Bach-Advent spielen die Türen Orgelstücke von Bach. Öffnet man sie nur wenig, hört man die höheren Register. Je weiter die Tür aufgemacht wird, desto tiefer und voluminöser klingt die Orgel. Gleichzeitig wandert der Klang von oben nach unten und ist sogar mit den Füßen spürbar.

Erwin Stache
Foto: VYT
Foto: Erwin Stache