Die Herde der Maschinenwesen

Langsam ziehen sie vorbei. Stampfend, mampfend, dampfend. Ritzel rotieren, Ketten klirren, metallische Augen leuchten. Hirten versuchen die Herde stählerner Kreaturen auf Kurs zu halten. Dort bricht eines aus, hier bleibt ein Junges zurück. Weidewechsel, Almabtrieb oder der Weg zum Schlachthof? Sirrend und surrend kurbeln sich die Tiere einer ungewissen Zukunft entgegen. Gestern modern, heute nur noch Altmetall – eine bittere Wahrheit unserer Zeit. Die lebendig gewordene Installation aus recycelten Fahrrädern visualisiert technischen Fortschritt und hinterfragt seinen Sinn.

Das Münchner Künstlerensemble Foolpool verbindet mit diesen Wesen zeitgemäßen Umgang mit knappen Ressourcen mit Kritik am blinden Technikvertrauen. Eine nostalgische Hymne an die Zeit der Mechanik, als Automation noch sichtbar, begreifbar und nachvollziehbar war. Aber auch an Zeiten, als Nutztiere noch zum Straßenbild gehörten. Ein Walkact an der Schnittstelle zwischen Kunstinstallation und mobilem Theater. Ein Stück Entschleunigung, Langsamkeit und Dauer.

foolpool-Maschinenwesen, Foto Birgit Bode